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BeyondX 21.01.2025

Brustkrebs und Fruchtbarkeit - Teil 1

Deine Möglichkeiten für eine Zukunft mit Kind(ern)

Brustkrebs zu haben, verändert vieles im Leben und stellt dich und deine Angehörigen vor viele Herausforderungen. Am Anfang steht bei der Diagnosestellung häufig erst einmal die Therapieplanung im Vordergrund. Dank der Früherkennung und modernen Therapieverfahren sind die Heilungschancen bei Brustkrebs gut.[1] Durch die Beschäftigung mit den (Neben-)wirkungen der Therapie stellt sich dann oft auch die Frage: „Hat die Therapie Einfluss auf meine Fruchtbarkeit?“ Die Sorge um eine mögliche Unfruchtbarkeit nach einer Brustkrebsbehandlung, ist für viele Patientinnen ähnlich hoch belastend wie die Krebserkrankung selbst. [2]

Wenn du diesen Artikel liest, hast du dir vielleicht auch schon die Frage gestellt: „Kann ich trotz Brustkrebs Mutter werden?“ Die gute Nachricht ist: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Fruchtbarkeit auch nach einer Brustkrebstherapie zu erhalten.

Und noch besser: Nach derzeitiger Datenlage wirkt sich eine Schwangerschaft nach leitlinienkonformer Tumortherapie nicht negativ auf die Prognose der Grunderkrankung der Mutter aus. 2

Was ist bei Brustkrebs und Kinderwunsch wichtig?

Auch wenn du aktuell noch unsicher bist, ob du später einmal Kinder haben möchtest, solltest du dich frühzeitig von Fachkräften zu den Möglichkeiten, deine Fruchtbarkeit zu erhalten, beraten lassen. Denn eine Brustkrebsdiagnose bedeutet nicht automatisch das Ende des Kinderwunsches. Moderne Medizin und fortschrittliche Therapien ermöglichen vielen Frauen, nach erfolgreicher Krebsbehandlung Mutter eines gesunden Kindes zu werden.

Ob dies auf natürlichem Weg gelingt oder eine Kinderwunschbehandlung notwendig ist, hängt u.a. vom Alter der Frau oder auch von der Art des Fruchtbarkeitserhalts ab. Idealerweise bespricht deine Ärztin/dein Arzt noch vor Therapiebeginn, mit welchen Maßnahmen deine Fruchtbarkeit erhalten werden kann.

In unserem Beitrag beschreiben wir, wie sich verschiedene Brustkrebstherapien auf die Fruchtbarkeit auswirken können und welche Möglichkeiten es gibt, die Fruchtbarkeit zu erhalten.

Wie wirken die einzelnen Therapien auf meine Fruchtbarkeit?

Welche Therapien bei der Brustkrebsbehandlung zum Einsatz kommen, hängt vor allem von den Eigenschaften des Tumors ab. Eine Tumoreigenschaft kann zum Beispiel sein, ob der Tumor hormonabhängig wächst. Man spricht dann von hormonrezeptorpositivem oder hormonrezeptornegativem Brustkrebs. Wie sich nun die Therapie selbst auf die Fruchtbarkeit auswirkt, hängt immer vom Alter der Patientin, sowie von der Art, der Dosis und der Dauer der medikamentösen Therapie und/oder Strahlentherapie ab. 2 Im Zusammenhang mit der Krebsbehandlung und ihrem Einfluss auf die Fruchtbarkeit sprechen Mediziner:innen von „Gonadotoxizität“. Gonadotoxizität bedeutet übersetzt „Schaden der Keimdrüsen“. Keimdrüsen sind jene Drüsen im Körper, die Keimzellen (Eizellen bzw. Spermien) produzieren. Das sind bei Frauen die Eierstöcke und bei Männern die Hoden. Ein möglicher Schaden kann so weit gehen, dass die Eierstöcke nach einer Krebstherapie überhaupt nicht mehr funktionieren (so genannte Ovarialinsuffizienz).

Ob die Eierstöcke bei einer Therapie geschädigt wurden, kann eine Frau an unterschiedlichen Symptomen bemerken, zum Beispiel durch einen unregelmäßigen oder auch ganz ausbleibenden Menstruationszyklus oder auch typische Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen.

Wenn es darum geht, welche Auswirkung welche Therapie auf die Fruchtbarkeit hat, müssen wir uns kurz mit den Therapieformen beschäftigen. Grundsätzlich gibt es lokale und systemische Therapien. Lokale Therapien wirken „vor Ort“, also nur an der Stelle, wo der Krebs sitzt. Systemische Therapien dagegen wirken im ganzen Körper. Das erklären wir in unserem nächsten Beitrag nochmal etwas genauer.



[1] https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/brustkrebs/erkrankungsverlauf.html abgerufen am 11.09.24

[2] https://register.awmf.org/assets/guidelines/015-082l_S2k_Fertilitaetserhaltung-bei-onkologischen-Therapien_2017-12-verlaengert.pdf abgerufen am 05.09.24